Morgen fahre ich nach Regensburg zur Coaches Convention des AFVBy. Ich muss allerdings hinzufügen, dass ich fahren muss! Eine Voraussetzung für die Lizenzerteilung eines Teams in Bayern ist die Teilnahme eines Übungsleiter an der jährlichen Coaches Convention (solange eine stattfindet). Natürlich bin ich immer an Weiterbildung und einem Austausch mit anderen Trainern interessiert, deshalb fahre ich ja persönlich hin und schicke keinen Alibi-Trainer, aber dennoch verursacht der "strukturelle" Zwang Stirnrunzeln bei mir.
Wie wirkt es sich auf die Qualität so einer Veranstaltung aus, wenn ca. 40 Teilnehmer gezwungenermaßen teilnehmen?
Ein deutscher Football-Blog
Freitag, 11. Februar 2011
Coaches Convention 2011 in Bayern
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Sonntag, 6. Februar 2011
SchanzerX liest....
Hier ein paar Lese-Empfehlungen für einen ruhigen Sonntagnachmittag:
- David Odenthal´s Blog for Coaches, Players and Fans of American Football
Der erste und bislang einzige Blog in meiner Blogroll. Ich hab den Blog über das Footballforum entdeckt und hab mir mittlerweile alle Posts durchgelesen. Wirklich eine interessante Geschichte die David Odenthal da aufzieht, er schreibt selber und hat auch einige namenhafte Gast-Autoren wie Brad Arbon oder Phil Hickey. David Odenthal hat am 14. November 2010 mit seinem Projekt begonnen und bis jetzt über 10 Beiträge veröffentlicht. Der Blog ist auf jeden Fall einen Besuch wert!
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Donnerstag, 3. Februar 2011
Option Football - The Dawn Of The Dead
"The option is dead!"
Diesen Ausspruch hörte man viele Jahre. Begonnen hat alles mit der Niederlage von Nebraska gegen die Hurricanes im Rose Bowl im Jahre 2002. Und begraben hat die Sportberichterstattung den guten alten Option Football mit dem Ende der Ära Osborne/ Solich in Nebraska. (Randbemerkung: Frank Solich wurde gefeuert, weil er "nur" einen Record von 9-3 in der Saison 2002 vorweisen konnte, insgesamt war sein Record 58–19. Sein Nachfolger Bill Calahan konnte mit seiner Pro-Style Offense keinen besseren Record als 27-22 einfahren). Anfang dieses Jahrhunderts schien das Ende des Option Footballs gekommen zu sein, als sogar die Army Black Knights ihre Offense in Richtung Pro-Style Football veränderten (Randbemerkung: Mit der Pro-Offense konnte Army das erste Team in der NCAA Geschichte werden, dass eine Saison mit einem Record von 0-13 beendete). Als Ken Hatfield 2005 bei den Rice Owls kündigte blieben in der FBS nur noch zwei Old-School Option Teams übrig: Navy und Air Force. Natürlich wirkte sich die spärliche Nutzung der Option Offense auf dem höchsten College-Football-Niveau auch auf die High Schools aus. Große High Schools konzentrierten sich auf Pro-Style-Offenses, um ihren Schülern die Chancen auf Football-Stipendien zu vergrößern. Aber der Option Football starb nicht aus, er veränderte sich nur!
In der Saison 2010/11 gab es in der FBS (früher mal als Division 1A bekannt) vier "richtige" Triple-Option Teams: Army, Navy, Air Force und Georgia Tech (alle 4 Teams konnte ein Bowl-Game erreichen und beendet die Bowl-Saison 2-2). Neben den "True-Option"-Teams gibt es natürlich noch die unzähligen Spread-Option-Teams, wie Michigan, Oregon, West Virginia und natürlich auch Nevada mit ihrer Pistol Offense. Option Football ist zurück und erfolgreicher denn je! Auch in Deutschland kenne ich zumindest ein Team, das eine Option Offense spielt, die Assindia Cardinals. Vielleicht gibt es noch mehr Mannschaften, ich freu mich über jede Information.
Die Option Offense hat einige Vorteile gegenüber Pro-Style Offenses:
- Man braucht keine großen, starken O-Liner! Bei einem Triple Option Play beispielsweise werden zwei D-Liner oder ein Linebacker (der End/ Outside Linebacker und ein Tackle) nicht geblockt.
- Option-Football ist sehr lauflastig, d.h. man kontrolliert die Uhr und kann die gegnerische Defense zermürben.
- Das Playbook muss nicht viele Spielzüge umfassen, schließlich sind Option Plays ein ganzes Set von 2 oder 3 Plays: Dive-Offtackle-Sweep!
Die größten Bedenken lassen sich auf vier Punkte einkreisen:
- Der Pitch
Während die Hand-Arm-Technik des Pitches relativ einfach zu coachen ist, ist der Bewegungsablauf vom Snap zum Pitch relativ kompliziert.
Ich bevorzuge den "Basketball"-Pitch gegenüber dem End-over-End-Flip. Der Pitch funktioniert im Grunde wie ein Brustpass beim Basketball: Man nimmt den Ball in beide Hände, beide Daumen zeigen nach oben und beim Pitch dreht man schnell die jeweilige Handfläche (links oder rechts) nach außen bis der Daumen nach unten zeigt. Die Beschleunigung des Balls entsteht allein durch den Flip des Handgelenks. Das probiert man ein paar Mal, dann funktioniert es, aber viel schwieriger ist die Koordination der restlichen Körperteile. Der Pitch sollte nicht im vollen Lauf passieren, der Pitcher muss sich setten und dann vor dem Pitch mit einen Schritt seine Hüfte zum Pitchman öffnen und das Sekundenbruchteile bevor er getackelt wird. - Die Reads
Egal welches Option Play man spielt, das große Problem bleiben die Reads und die Entscheidungen. Innerhalb für 1-2 Schritten muss der Quarterback die Bewegungen einzelner Defense-Spieler erkennen, deren Bewegung bewerten und die richtige Entscheidung fällen. Für das Training bedeutet das Reps, Reps und Reps und dann das Ganze nochmal wiederholen. Also wer eine Option Offense spielen will muss sehr viel Trainingszeit auf die Ausbildung seiner Quarterbacks und Runningbacks verwenden und muss auch in der Vorbereitung zu den Spielen die Reads gegebenenfalls an die gegnerische Defense anpassen. - Das Blocking
In einer Option-Offense müssen die O-Line zwar nicht groß und kräftig sein, aber beweglich und intelligent. Die O-Liner müssen schnell ins Second Level kommen und müssen in der Lage sein im Open Field Linebacker und Safeties zu blocken. Außerdem müssen sie je nach Defense Front die richtigen Verteidiger identifizieren, die ungeblockt bleiben sollen. Abgesehen von den Schemes unterscheidet sich auch die Art des Blockens von Pro-Style Offenses. Im Option Football werden viel mehr Cut-Blocks eingesetzt als in anderen Offenses. Man braucht die Cut-Blocks im offenen Feld, um der Defense die Pursuit Lanes wegzunehmen und um die Verteidiger im Pursuit langsamer zu machen, da sie sich gegen die tiefen Blocks nicht im vollen Sprint verteidigen können. Abgesehen davon muss jeder Spieler in der Offense blocken können, egal ob O-Liner oder Receiver. - Die Execution
Option Football funktioniert nur mit Disziplin. Wie bei jeder Laufoffense sind Strafen tödlich. "Mental errors" müssen minimiert werden, damit die Offense läuft. Es gibt einfach wenig Spielraum für Improvisation, da die Spielzüge auf Timing und gemeinsamer Koordination aufgebaut sind. Option Plays beinhalten auch immer ein großen Maß an Täuschung, d.h. gute Fakes sind für das Gelingen unentbehrlich. Ich glaube, das ist auch die größte Herausforderung an ein Team: 11 Spieler, die zusammen 50-60 mal pro Spiel fehlerfrei agieren.
Wenn man diese vier Herausforderungen an das eigene Coaching meistern kann, dann muss es auch möglich sein in Deutschland eine ordentliche Option-Offense (egal ob aus der Spread, Flexbone oder Wishbone) aufs Feld zu stellen. Ich persönlich traue es mir nicht zu diese Offense zu installieren...noch nicht! “At the end of the day, option football is option football. You either have the dive, the quarterback or the pitch.” Brian Smith Linebacker Notre Dame
Mehr zum Thema Option Football:
Option Football Forum
The Flex Option Offense - Blog
"Triple Option Means Triple Threat" von Scott Wachenheim
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Montag, 31. Januar 2011
Der Starburst Kick Return
Mit der kommenden Regeländerung, die die traditionelle Wedge oder die etwas exotischere Sideline Wall beim Kickoff Return unmöglich machen, kann man sich endlich wieder auf die Suche nach ein paar anderen Kick Return Varianten machen.
Der Starburst Return ist ein sehr interessanter Spielzug.
Der Grundgedanke ist einfach: Mit Täuschung und Misdirection soll der Pursuit des Kicking Teams verlangsamt und am besten gestoppt werden.
Wie läuft der Return ab?
Das Return Team unterteilt sich in drei Gruppen:- Erstes Level - Fünf Blocker, 10 Yards vom Ball entfernt, deren Aufgabe ist es die Spieler zu blocken, die am schnellsten zum Dealer kommen können.
- Zweites Level - Zwei Protector, stehen zwischen der eigenen 40 und 30 Yardlinie. Ihr Job ist es den Dealer vor dem ersten ankommenden Spieler des Coverage Teams zu beschützen.
- Drittes Level - Das Starburst Team, bestehend aus drei Returnern und dem Dealer. Mit diesen vier Returnern zeigt man immer einen Return nach links, rechts und durch die Mitte. Wichtig ist, dass die drei Spieler ohne Ball so gut faken, dass das Kicking Team immer vier Returner tackeln muss, um den Ballträger zu stoppen.
Der Dealer hat den schwierigsten Job. Er muss mit dem Rücken zum Coverage Team innerhalb von ein bis zwei Sekunden einen Ball annehmen und per Handoff wieder abgeben.
Vor ein paar Jahren hab ich schon mal versucht den Starburst Return zum Laufen zu bekommen, aber es hat nicht funktioniert und ich hab das Plays wieder aus dem Playbook geschmissen. Jetzt hab ich folgenden Ratschlag gelesen: "Don’t give up on the play. It will look like crap the first couple of times you run it.", also werden wir es dieses Jahr in der Saisonvorbereitung nochmal probieren.
Also schauen wir mal, ob ihr diese Saison einen Starburst Kick Return in unseren Spielvideos bewundern dürft!
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Samstag, 29. Januar 2011
"I'm Still Here" - SchanzerX ist noch da!
Es ist mir durchaus bewusst, dass meine Überschrift den Titel des neuen Films von Joaquin Phoenix beinhaltet. Natürlich versuche ich einerseits mit populären Keywords eine bessere Position bei Google zu erhaschen. Andererseits möchte ich auch daraufhin weisen, dass dieser Blog noch nicht tot ist. Der letzte Eintrag liegt zwar schon über 13 Monate zurück und im Jahr 2010 habe ich überhaupt nichts geschrieben, aber ich bin noch da. Ich hatte halt einfach keine Zeit. Football und Arbeit...viel Football und vielzuviel Arbeit!
Zum Start der neuen "Blog"-Saison machen wir einen kleinen Rückblick auf die letzten Einträge:
SchanzerX revisited!
- In meinem letzten Eintrag: SchanzerX schreit "Ligareform" und meint es ernst! forderte ich regionale Einteilung und sinnvolle Playoff in den unteren Ligen. Ich weiß nicht, ob die Verantwortlichen der bayrischen Ligaplanung meinen Ruf vernommen haben, aber letztes Jahr teilte sich die Verbandsliga in zwei Gruppen und es wurden Playoffs und ein Finale ausgetragen. Die Bayernliga bestand nur aus einer Gruppe mit 6 Mannschaften, allerdings gab es auch Playoffs, d.h. die Mannschaften auf den Tabellenplätzen 1 bis 4 spielten nochmal in 2 Halbfinalspielen und einem Finale. Diese Regelung wurde von einigen Teams kritisiert, aber ich fand es eine ordentliche Lösung. Erstens war so die Liga nicht schon am 13.6. (4 Spieltage vor Schluss) entschieden und zweitens war das Finale spannend und mit über 800 Zuschauer auch ein ordentlicher Event.
- In einem meiner ersten Posts hab ich gefragt: Sind Punts überflüssig? und letzte Saison hab ich mit den Erlangen Sharks nur einmal gepuntet. Das hat etwas zu bedeuten, ich wüsste nur gerne was? (frei nach TMQ)
- Die Rheine Raptors fragen sich wahrscheinlich:Wie wär's mit 6-Man-Football?. Oder sie lästern, ich weiß es nicht, aber Tatsache ist, dass unglaublich viele Zugriffe vom internen Bereich des Rheine Raptors Forum, den Beitrag zum Post mit den meisten Pageloads gemacht hat. Also was ist los in Rheine? Wird dort 6-Man-Football gespielt?
Im Jahr 2009 habe ich mal behauptet, dass die I-Formation und ihre Philosophie gerade ausstirbt! Und letztes Jahr konnte ich wirklich überall Spread-Offenses wie Pilze aus dem Boden schießen sehen. In Bayern hatte wirklich jede Liga mindestens ein Team, das gerne wie Oregon oder Oklahoma gespielt hätte, aber leider fehlt noch die Präzision und die Koordination. Sogar die deutsche Nationalmannschaft gewinnt die EM mit ihrer Version einer Spread-Offense. Die Saison 2011 steht vor der Tür, mal schauen welche Teams ihr Playbook aktualisiert haben.
Soviel zur Vergangenheit und jetzt geht's weiter mit "SchanzerX spricht Football". Ein paar Themen hab ich noch in petto und über neue, interessante Inhalte werde ich schon stolpern.
(Zumindest hab ich jetzt schon mehr Posts geschrieben als im Jahr 2010!)
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SchanzerX
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